Hausratversicherung Test

Hausratversicherungen im Test

Kosten und Leistungen von Hausratversicherungen sind nicht immer gleich: Es gibt günstige und teure, gute und weniger gute. Guter Schutz muss allerdings nicht teuer sein. Verbraucherschützer und Ratingagenturen testen in regelmäßigen Abständen die Anbieter von Hausratversicherungen.

Wer noch eine alte Hausratpolice hat, sollte sie gelegentlich unter die Lupe nehmen: Häufig verbessern sich die Versicherungsbedingungen für den Kunden innerhalb von ein paar Jahren, so dass sich ein Tarifwechsel lohnt.

Ein Beispiel: Früher wurde grobe Fahrlässigkeit hauptsächlich in höherwertigen Tarifen mitversichert, während das heute oft zum Standard gehört.

Der Einschluss grober Fahrlässigkeit ist für den Kunden wertvoll. In ihrem neuen Test zur Hausratversicherung1 hat die Zeitschrift „Finanztest“ den Punkt „grobe Fahrlässigkeit“ deshalb gleich mit berücksichtigt und bildet nur Tarife ab, die solche Versicherungsfälle auch decken.

Interessenten können hier 61 Tarife unterschiedlicher Versicherer vergleichen und den für sich passenden auswählen. Dargestellt sind jeweils die Preise für einen teuren und einen günstigen Versicherungsort mit und ohne Elementarschadenschutz.

Angegeben sind außerdem die Versicherungssumme für einen 100 qm-Modellhaushalt sowie die Entschädigungssummen für Wertsachen und bei Überspannung. Zudem werden die Leistungen in bestimmten Fällen wie z.B. Einbruchdiebstahl aus dem Kfz oder Nachtschutz für Fahrräder abgefragt.

Hausratversicherungen im Test 2020: Hausratschutz für wenig Geld

Erfreulich: Die günstigsten Tarife für den günstigen Versicherungsort gibt es schon für weniger als 60 Euro, wenn Elementarschäden nicht mit abgesichert werden sollen.

Verträge mit Elementarschadenschutz für den günstigen Versicherungsort beginnen bei 68 Euro. In beiden Fällen gibt es mehrere gute Angebote, aber auch Verträge, die weit mehr als das Doppelte kosten. Die hochpreisigen Policen sind dabei nicht immer die besseren.

Was sind Elementarschäden?

Elementarschäden sind solche Schäden, die durch Naturgefahren wie z.B. Überschwemmung oder Erdrutsch verursacht werden. Sie können optional versichert werden. Gerade angesichts sich häufender Starkregenfälle kann der Schutz wichtig sein.

Am teuren Versicherungsort können Sie einen guten Vertrag schon für weniger als 100 Euro erhalten, mit Elementarschadenschutz kostet die preiswerteste Police 108 Euro. Zum Vergleich: Die teuersten Angebote liegen hier bei 436 Euro bzw. 468 Euro, der Versicherer ist derselbe.

Zwar hat die teure Police rundum einiges zu bieten, doch bekommt man vergleichbare Leistungen bei anderen Versicherern auch schon für weniger Geld.

Welche Leistungen brauche ich?

Abgesehen davon kommt es auf Ihre individuelle Situation an: Machen Sie grundsätzlich keine Schiffsreisen, benötigen Sie auch keine Klausel, die Ihren Hausrat in der Schiffskabine gegen Einbruchdiebstahl versichert.

Besitzen Sie kein Fahrrad, müssen Sie auch keinen Wert auf eine gute Fahrradversicherung in der Hausratversicherung legen.

Was ist mit meinem Fahrrad?

Apropos Fahrrad: Eine Fahrradversicherung (gegen Diebstahl) ist in jedem der von „Finanztest“ untersuchten Tarife bereits enthalten und versichert mindestens 1.000 Euro. Die Versicherung umfasst jeweils alle Räder eines Haushaltes, die Summe wird aber pro Schadensfall ausgezahlt. Das kann ärgerlich werden, wenn mehrere Räder auf einmal verschwinden.

Wer ein teures Rad besitzt, sollte darauf achten, dass die versicherte Summe den Kauf eines neuen Rades deckt. Aufpassen sollte man auch beim Nachtschutz: Teilweise schreiben die Verträge vor, dass der Drahtesel nachts eingestellt werden muss, um versichert zu sein.

Hausratversicherungen im Test 2018

Modellkunde ist dabei ein 45-jähriger Angestellter, der seine 100 Quadratmeter große Wohnung im Erdgeschoss eines Mehrfamilienhauses versichern möchte.

Neben den Kosten für den Standardschutz an je einem günstigen und einem teuren Versicherungsort erfragten die Tester auch die Preise für den Schutz inklusive Elementarschadenschutz, wodurch Schäden am Hausrat infolge von Starkregen, Hochwasser, Schneedruck, Erdrutsch, Vulkanausbruch und Lawinen ebenfalls abgesichert sind. Die Bedingungen für die Erteilung des Elementarschadenschutzes sind im Test der Hausratversicherungen 2018 mit aufgeführt

Zudem vergleicht der Test der Hausratversicherungen 2018 von „Finanztest“ ausgewählte Leistungen der einzelnen Tarife: So ist vermerkt, ob der jeweilige Versicherer auf Kürzungen bei Vorliegen grober Fahrlässigkeit verzichtet, ab wann die Versicherungsgesellschaft Unterversicherungsverzicht erteilt und welche Deckungssummen die Unternehmen für den Modellhaushalt vorsehen.

Außerdem fragt der Vergleich der Hausratversicherungen nach Entschädigungsgrenzen für im Haushalt befindliche Wertsachen, bei Überspannungsschäden und nach Höchstgrenzen für mitversicherte, entwendete Fahrräder und listet darüber hinaus auf, ob und in welcher Höhe die Leistungen Außenversicherung (Hausrat außer Haus), Hotelkosten, Lagerungs- und Transportkosten, Einbruchdiebstahl aus dem Kfz, Einbruchdiebstahl aus der Schiffskabine, Diebstahl von Gartenmöbeln und Nachtschutz für Fahrräder erbracht werden. Die günstigsten Angebote an den beiden ausgewählten Versicherungsorten, die bestimmte Mindestanforderungen erfüllen, wurden hervorgehoben.

Guter Schutz muss nicht teuer sein…

Der Test der Hausratversicherungen 2018 zeigt, dass gute Hausratversicherungen nicht teuer sein müssen: So kann Hausrat am günstigen Versicherungsort bereits für 56 Euro pro Jahr umfangreich versichert werden.

Versichert wird hier nach dem Summentarif; da der Versicherer für einen Unterversicherungsverzicht eine Summe von 650 Euro pro Quadratmeter vorgibt, sind insgesamt 65.000 Euro versichert. Wertsachen sind mit bis zu 30 Prozent in der Hausratversicherung enthalten, Überspannungsschäden mit bis zu 100 Prozent; die Höchstgrenze für Fahrräder beträgt 1.000 Euro.

Zusätzlich verzichtet der Tarif auf Kürzungen bei grober Fahrlässigkeit und gewährt alle weiteren der abgefragten Leistungen, wobei Einbruchdiebstahl aus Kfz oder Schiffskabine und der Diebstahl von Gartenmöbeln nur in geringen Höhen abgesichert sind. Bei Hinzunahme von Elementarschadenschutz ist der Schutz schon ab 72 Euro erhältlich; vorgegeben ist eine Selbstbeteiligung von 10 Prozent des Schadens, maximal aber 5.000 Euro.

…auch nicht an teuren Versicherungsorten

An einem teuren Versicherungsort beginnen die Preise für guten Versicherungsschutz bei 131 Euro; Elementarschadenschutz ist darin noch nicht enthalten. Der Tarif, der von Einwänden bei grober Fahrlässigkeit absieht, veranschlagt ebenfalls eine Versicherungssume von 650 Euro pro Quadratmeter; Wertsachen sind mit bis zu 50 Prozent versichert, Überspannungsschäden mit bis zu 100 Prozent, der Diebstahl von Fahrrädern wird mit bis zu 1.300 Euro entschädigt.

Einbruchdiebstahl aus dem Kfz ist nur in bestimmten Ländern und mit einer eher geringen Summe versichert, für Diebstahl aus Schiffskabinen und die Entwendung von Gartenmöbeln sieht die Police höhere Entschädigungssummen vor.

Den günstigsten umfassenden Hausrattarif mit Elementarschadenschutz bietet derselbe Versicherer zum Preis von 156 Euro, wobei ebenfalls eine Selbstbeteiligung von 10 Prozent mit Höchstgrenze bei 5.000 Euro gilt. Im Vergleich zu dem anderen günstigen Tarif mit Elementarschadenschutz gelten allerdings etwas strengere Annahmeregeln.

Verzicht auf Kürzungen wichtig

Grundsätzlich kann die Hausratversicherung sogar noch günstiger sein: Für den preiswerten Versicherungort ermittelten die Tester von „Finanztest“ einen Niedrigstpreis von 45 Euro jährlich für den Standardschutz, für den teuren Versicherungsort lag er bei 128 Euro.

In diesen Fällen ist grobe Fahrlässigkeit allerdings nicht mitversichert. Wer eine Hausratversicherung abschließen möchte, sollte unbedingt darauf achten, dass solche wichtigen Leistungen wie Kürzungsverzicht bei grober Fahrlässigkeit abgedeckt sind.

In anderen Punkten können individuelle Merkmale entscheiden: Versicherungswillige, die etwa gern und oft auf Kreuzfahrt gehen, können den Versicherungsschutz für die Schiffskabine sicherlich gut gebrauchen. Personen, die sich nicht für Schiffsurlaube interessieren oder kein Fahrzeug besitzen, können hingegen auf die entsprechende Versicherung verzichten.

Je nachdem, welche Leistungen man wählt, kann auch die Versicherung günstiger oder teurer werden. Darüber hinaus kann der Preis aber auch nach Anbieter variieren: So boten die teureren Tarife im Test der Hausratversicherungen 2018 nicht unbedingt mehr als die preiswerten.

Hausratversicherungen im Test: 2012

Die Zeitschrift „Finanztest“ hat in ihrer Maiausgabe den Hausratversicherung Test 2012 vorgestellt: Dabei wurden Hausratversicherungen für junge Leute, Familien und Senioren geprüft. Überraschend: Bei gleichem Wohnort und gleicher Lebenssituation unterscheiden sich die Preise der Anbieter teils um bis zu 400 Euro pro Jahr; bei besonders hohen Versicherungswerten kann die Differenz sogar bis zu 1000 Euro betragen. Dabei benötigt gar nicht jeder eine Hausratversicherung: Studenten etwa, die nur eine kleine Wohnung ohne nennenswerte Wertsachen besitzen, müssen ihr Geld nicht unbedingt in eine Versicherung investieren. Anders sieht es laut Hausratversicherung Test 2012 aus, wenn der Hausrat wertvoll ist oder ein Verlust den Besitzer finanziell hart träfe – dann ist der Abschluss einer Hausratversicherung sogar wichtig.

Hausratversicherung: Was ist bei Vertragsabschluss zu beachten?

Vor dem Abschluss einer Hausratversicherung sollten Sie den Wert Ihres Hab und Gutes möglichst genau schätzen, damit Sie im Schadensfall ausreichend abgesichert sind. Wer durch falsche Angaben zum Gesamtwert Geld sparen will, hat später das Nachsehen, falls die Versicherung eine Unterversicherung feststellt: Dem Versicherten wird dann nur ein Teil des Schadens ersetzt.

Alternativ zur eigenen Einschätzung können Sie auch einen Pauschalbetrag pro Quadratmeter Wohnfläche zahlen. Wichtig sind auch die Versicherungsbedingungen: Ein teures Fahrrad sollte z.B. in der Hausratversicherung mitversichert sein. Der Hausratversicherung Test 2012 rät, den einmal abgeschlossenen Vertrag alle paar Jahre zu überprüfen – sind in der Zwischenzeit Neuanschaffungen getätigt worden, entspricht die Versicherungssumme vielleicht nicht mehr dem aktuellen Stand. Oder Sie erhalten den Versicherungsschutz bei einem anderen Anbieter inzwischen zu einem günstigeren Preis.

Hausratversicherung wechseln

Wie der Hausratversicherung Test 2012 ergab, sind die Preisunterschiede für dieselbe Versicherungsleistung zum Teil gravierend – regelmäßiges Vergleichen lohnt sich also! Beim Anbieterwechsel gilt: Die Kündigung der alten Versicherung muss mindestens drei Monate vor Ablauf des Versicherungsjahres erfolgen. Ist der Versicherungsfall eingetreten oder hat Ihre Versicherung den Beitrag erhöht, gibt es meist ein Sonderkündigungsrecht.

Hausratversicherung kompakt

Wozu brauche ich eine Hausratversicherung?

Die Hausratversicherung versichert all Ihr bewegliches Gut, das sich im Haus befindet. Bei einem Totalschaden, z.B. durch einen Brand, müssten Sie alles neu kaufen – und das kann sehr teuer werden. Können Sie sich diese Kosten nicht leisten, sollten Sie eine Hausratversicherung abschließen.

Was kostet mich eine Hausratversicherung?

Die Preise für Hausratversicherungen sind ganz unterschiedlich und fallen mal hoch, mal niedrig aus. Grund dafür sind nicht immer nur Leistungsunterschiede: Eine gute Versicherung ist schon für wenig Geld erhältlich, wichtig ist der Vergleich.

Was ist der Unterschied zur Wohngebäudeversicherung?

Die Hausratversicherung versichert bewegliches Gut, die Wohngebäudeversicherung versichert das ganze Haus ohne die bewegliche Habe. Versichert sind normalerweise auch Nebengebäude und fest mit dem Haus verbundene Gegenstände wie z.B. die Einbauküche.