Versicherung Hebamme

Drohender Preisanstieg: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!

Die Versicherer sichern den Hebammen für ein weiteres Jahr „bezahlbaren Haftpflichtschutz“ zu. Das eigentliche Problem ist damit aber nicht behoben. Weitere Beitragserhöhungen lassen die Zukunft eines ganzen Berufsstandes ungewiss bleiben.

Krankenhaus Hebamme mit Geburtshilfe
Versicherungsprämien drängen
Hebammen ins Abseits

Die jährlich massiv steigenden Beiträge in der Berufshaftpflichtversicherung für Hebammen sind vor allem für freiberufliche Hebammen mit Geburtshilfe bereits zur existenzbedrohenden Gefahr geworden.

Jetzt soll der Beitrag erneut um 20 Prozent steigen. Wir sprechen mittlerweile von einem Jahresbeitrag von mehr als 5.000 Euro!

Nach Angaben des „Spiegel“-Magazins haben die gesetzlichen Krankenversicherer einen Zuschuss von 6,5 Millionen Euro zur Abfederung des Beitragsanstiegs zugesagt. Dies bleibt allerdings eine unbestätigte Meldung.

Laut Martina Klenk, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes e.V. (DHV), liege das tatsächliche Angebot weit unter diesen Zahlen und sei derzeit nicht akzeptabel. Zu viele Kolleginnen blieben derzeit auf der Strecke, weil sie die Beiträge zur Berufsaufgabe zwängen. Eine wirkliche Lösung des nun schon lange Jahre bestehenden Problems ist noch nicht in Sicht.

Für die Geburtshilfe heiße das „Sterben auf Raten“, so Klenk. Aber was genau hat die Situation so verschärft? Von Geburtsschäden betroffene Kinder können, dank der medizinischen Entwicklung, heute besser behandelt werden und leben somit länger. Die Krankenversicherungen der Betroffenen suchen fieberhaft nach einem Schuldigen, um selbst aus der Zahlungspflicht hinauszukommen. Für die Haftpflicht-Versicherer bedeutet diese eigentlich positive Entwicklung in der medizinischen Versorgung, dass sie im Schadensfall eventuell viele Jahrzehnte für die Versorgung eines solchen Kindes, bzw. des späteren Erwachsenen, aufkommen müssen.

Verbände fordern staatlichen Haftungsfonds und Begrenzung der Haftungssummen

Der DHV hat Zahlen veröffentlicht, nach denen in den Jahren 2008-2010 bereits ein Viertel der Hebammen zur Berufsaufgabe gezwungen war. Bei einem durchschnittlichen Stundenlohn von 8,50 Euro nicht verwunderlich, wenn man sich die horrenden Beiträge in der Hebammen Haftpflichtversicherung ansieht. Die Zahl der teilzeit- und geringfügigbeschäftigten Hebammen ist rasant gestiegen – auf mehr als 70 % im Jahr 2010 (Quelle: Destatis). Tendenz steigend.

Martina Klenk sieht nur einen Ausweg aus der Misere: einen staatlichen Haftungsfonds, mit dem die Schadensleistungen über einer bestimmen Deckungssumme abgefangen werden können, sowie die Deckelung der Regressforderungen von Kranken- und Rentenversicherungen. Einer solchen Forderung der Hebammen nachzugeben, würde aber sicherlich ähnliche Forderungen für andere Berufszweige nach sich ziehen: Ärzte etwa, könnten eigene Deckelungsforderung stellen. Das würde teuer und ist somit eher unwahrscheinlich. Das Bangen um die Zukunft geht damit also weiter. Bundesgesundheitsminister Gröhe ist bisher zu keinen konkreten Zusagen bereit, obwohl auch er die Notwendigkeit zu handeln sieht. Im Deutschen Bundestag und im Bundesrat ist das Thema mittlerweile ebenfalls angekommen. Noch mit ungewissem Ausgang.

Versicherungszusage nur bis Mitte 2016

Nach dem Ausstieg der Nürnberger Versicherung aus der Gruppenhaftpflichtversicherung für Hebammen war die Berufshaftpflichtversicherung für Hebammen insgesamt in Gefahr. Jetzt übernehmen vermutlich Axa, Ergo, Württembergische, Allianz und Debeka mit jeweils geringen Anteilen. Die Zusage gilt allerdings nur für ein weiteres Jahr.

Doch was folgt danach? Neben den Hebammen sind auch viele Eltern deutschlandweit schon auf der Straße gewesen, um für ihre Wahlfreiheit bei der Geburtshilfe zu kämpfen. Bleibt zu hoffen, dass die Politik das heiße Eisen in die Hand nimmt und zu einer Abkühlung der Situation beiträgt. Hebammen haben Respekt und Wertschätzung verdient, sie sollten sich nicht im ständigen Überlebenskampf befinden.

Hebammen Haftpflichtversicherungen im Vergleich

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Berufsunfähigkeitsversicherungen für Hebammen Berufsunfähigkeit Hebamme

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