Kosten Zahnbehandlung

Die Kosten für Zahnbehandlungen steigen weiter

Die Kosten für Zahnbehandlungen können angesichts der vielen neuartigen Behandlungsmethoden schon mal in die Tausende gehen. Leider müssen Patienten beim Zahnarzt dafür zunehmend in die eigene Tasche greifen: Das bestätigt auch der aktuelle Barmer GEK Zahnreport, für den erstmals eine Vielzahl von Heil- und Kostenplänen der letzten Jahre ausgewertet wurde.

Kosten Zahnbehandlung
Schöne Zähne werden zunehmend kostspielig.

Barmer GEK Zahnreport: Eigenkosten für Zahnersatz steigen. Der Zahnreport der Barmer GEK offenbart tiefgreifende Einblicke in die Mundgesundheit der Deutschen: Aufgrund von pseudonymisierten Patientendaten der Barmer und Heil- und Kostenplänen der früheren Gmünder Ersatzkasse (GEK) erhebt die Studie nicht nur Daten zur allgemeinen zahnärztlichen Versorgung, sondern analysiert erstmals auch den Bedarf an Zahnersatzleistungen.

Die Heil- und Kostenplananalyse, die sich auf die Jahre 2001 bis 2009 bezieht, fußt auf den Daten von etwa 1,66 Millionen Versicherten der GEK, die auf die Gesamtbevölkerung umgerechnet wurden.

Demnach haben 2009 ca. 11,5 Prozent der Bevölkerung Zahnersatzleistungen in Anspruch genommen, wobei es sich jeweils etwa hälftig um Neueingliederungen und Wiederherstellungen bzw. Reparaturen handelte. Die Gesamtkosten betrugen im Jahresmittel pro Person 1.382 Euro für Neueingliederungen; im Bereich Wiederherstellungen/Reparaturen beliefen sie sich durchschnittlich auf 141 Euro.

Im Hinblick auf Neueingliederungen zeigt die Studie dabei einen deutlichen Anstieg der Eigenleistungen zwischen 2005 und 2009 um knapp 18 Prozent. Auch der Anteil der Eigenleistungen an den Gesamtkosten sei bis 2009 um einen Prozentpunkt von 55 auf 56 Prozent gestiegen. Für die darauffolgenden Jahre gehen die Verantwortlichen der Studie von einer Fortsetzung dieses Trends aus.

Da der Report lediglich Fälle auswertet, in denen Patienten von der gesetzlichen Krankenkasse bezuschusst wurden, liegt der Anteil der Eigenleistungen in Wahrheit vermutlich noch höher – denn nicht selten finanzieren Patienten die Kosten ihrer Zahnbehandlung ganz ohne Zuschuss und werden bei der gesetzlichen Krankenkasse damit gar nicht erst aktenkundig. Quelle: https://presse.barmer-gek.de/barmer/web/Portale/Presseportal/Subportal/Infothek/Studien-und-Reports/Zahnreport/Zahnreport-2013/Content-Zahnreport-2013.html?w-cm=CenterColumn_t412172.

Schlenker bemängelt Privatisierung zahnärztlicher Leistungen

Dr. Rolf-Ulrich Schlenker, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Barmer GEK, sieht die Hauptursachen für den starken Anstieg der Eigenkosten für Zahnbehandlungen in der vermehrten Privatisierung von Zahnersatzleistungen.

Durch den Einsatz teurer Versorgungsalternativen werde der Privatkostenanteil in die Höhe getrieben und die Basis der Festzuschüsse weiter abgesenkt. Gleichzeitig gibt Schlenker zu bedenken, dass die Bundesregierung mit der Einführung der Festkostenzuschüsse im Jahre 2005 das private Kostenrisiko bewusst in Kauf genommen habe. Tatsächlich waren die Ausgaben der privaten Zahnzusatzversicherungen im Zuge der Einführung sichtbar angestiegen.

So sprechen die Autoren des Zahnreports von einem Sprung der Ausgaben von 20,6 Prozent (2004) auf 25,2 Prozent (2005). Insgesamt seien die Ausgaben der PKV für Zahnersatz zwischen 2001 und 2009 sogar von 19 Prozent auf 26 Prozent geklettert. Ähnlich verhielt es sich mit der Steigerung der Ausgaben der Privathaushalte für Zahnersatz: Sie seien zwischen 2001 und 2009 von 32 Prozent auf 37 Prozent gestiegen. Dementsprechend fordert der stellvertretende Barmer-Vorsitzende Änderungen: Indem die Abrechnung von Leistungen nach der privaten Gebührenordnung der Zahnärzte gebremst werde, könne auch das Modell der Festzuschüsse reformiert werden.

Zahnzusatzversicherungen übernehmen einen Großteil der Zahnbehandlungskosten

Ob Schlenkers Forderung Auswirkungen haben wird, wird sich zeigen. Fest steht allerdings, dass sich viele Patienten auch in Zukunft nicht mit der günstigsten Lösung zufriedengeben möchten, wenn es um ihre Zähne geht. Jeder, der sein Gebiss lieber mit Keramik- statt Kunststoffinlays versorgt sehen möchte oder bei Zahnersatz an Implantate statt an Kronen denkt, sollte daher am besten mit einer Zahnzusatzversicherung vorsorgen. So eine Versicherung lohnt sich vor allem, wenn hochwertiger Zahnersatz gewünscht ist, denn sie übernimmt einen wesentlich größeren Anteil der Kosten der Zahnbehandlung als die gesetzliche Versicherung.

Zusammen mit dem Festkostenzuschuss, den der Patient in jedem Fall erhält, kann oft sogar der Löwenanteil der Behandlung getilgt werden. Bei der Auswahl der richtigen Zahnzusatzversicherung sollten Interessierte jedoch aufmerksam sein: Nicht alle Tarife sind gleich! So gibt es Tarife, die eine hundertprozentige Kostenübernahme garantieren und bei genauerem Hinsehen doch kaum etwas leisten: Mitunter handelt es sich bei derlei Angaben nämlich nicht um den Gesamtkostenanteil, sondern um einen prozentualen Anteil des gesetzlichen Festkostenzuschusses.

Andere Zahn-Tarife übernehmen wiederum nicht alle Leistungen oder beteiligen sich nicht an zahnärztlichen Knochenaufbauten, die für den Einsatz eines Implantates notwendig sein können. Auch bei Zahnzusatzversicherungen führt der Weg zum optimalen Vertrag nur über einen umfassenden Versicherungsvergleich der Zahnzusatzversicherungen, bei dem nicht nur Preise, sondern auch Leistungen gründlich geprüft werden.