Krankenkassen Test 2016

Die Krankenkassen im Test bei Stiftung Warentest

Gesetzlich Versicherte müssen zunehmend Preissteigerungen und Leistungskürzungen in Kauf nehmen. Müssen? Nein! Ein Wechsel ist möglich. Ein guter Grund für einen Krankenkassen Test 2016, hat sich auch Stiftung Warentest gedacht. 

Krankenkassen Test 2016
Stiftung Warentest: Krankenkassen Test 2016

Bei der Vielzahl der Krankenkassen in Deutschland ist es nicht immer ganz einfach den Überblick zu haben. Allerdings bedeutet ein großes Angebot auch gute Wahlmöglichkeiten zu haben. Dafür muss man aber die Krankenkassen und ihre Leistungen genau unter die Lupe nehmen.

Die Grundversorgung ist in Deutschland gut und gesetzlich geregelt. Die Kassen unterscheiden sich deshalb vor allem um Service und in den Zusatzleistungen, die sie bieten. Welche dieser Extras für den einzelnen Versicherungsnehmer interessant sind, kann nur jeder für sich entscheiden. Die Beitragsunterschiede zwischen den Kassen erhöhen sich von Jahr zu Jahr.

Diese kommen durch die Zusatzbeiträge zustande, die die Krankenkassen selbst festlegen dürfen und die sehr unterschiedlich ausfallen. Allgemein kostet die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland 14,6 % des Bruttolohns, wovon Arbeitgeber und Arbeitnehmer je die Hälfte zahlen. Dazu kommt der jeweilige Zusatzbeitrag, der zwischen 0 % und 1,9 % liegt. Allerdings sind sowohl die 0 % als auch die 1,9 % Zusatzbeitrag jeweils nur bei einer einzigen Kasse zu finden.

Der Bundesdurchschnitt liegt derzeit bei 1,1%. Im Jahr 2015 lag er noch 0,2 % darunter. Die Krankenkassen haben mit den Gesundheitsreformen zu kämpfen und viele müssen ihre Zusatzbeiträge deshalb anheben. Diese zunehmende Belastung der Bürger soll künftig durch eine Umfinanzierung gedämpft werden. Bis dahin bleibt nur ein Wechsel der Krankenkasse. Der Test der Krankenkassen 2016 von Stiftung Warentest in der Ausgabe 09/2016 der Finanztest kann Ihnen einen ersten Überblick liefern. Im Folgenden fassen wir die Testergebnisse für Sie zusammen.

Ergebnisse Krankenkassen Test 2016

Bevor Sie entscheiden können, welche Kasse für Sie die richtige ist, müssen Sie sich Gedanken darüber machen, welche Zusatzleistungen Ihnen wichtig sind und welche nicht. Wer kein Interesse an Homöopathie und alternativen Heilmitteln hat, braucht mit seinem Zusatzbeitrag auch nicht für eine Kostenübernahme der Krankenkasse aufzukommen.

Vielleicht ist es Ihnen wichtiger, dass Ihre Kinder zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen machen können und Sie einen Zuschuss zur Rufbereitschaft für die Hebamme erhalten; oder aber Sie legen Wert auf Zuschüsse für die professionelle Zahnreinigung. Aus diesem Grund kann man nicht sagen: Das ist die eine Kasse für alle, sondern muss die individuellen Bedürfnisse berücksichtigen. Es gilt immer abzuwägen zwischen Kosten und Nutzen der Zusatzleistungen.

Manche dieser Leistungen sind, wenn man sie selbst trägt nicht sehr teuer und fallen nur selten an. Dann kann ein dauerhaft höherer Zusatzbeitrag zur Deckung der Kosten das sein, was man unter „mit Kanonen auf Spatzen schießen“ versteht. Finanztest hat daher 77 gesetzliche Krankenkassen getestet und Krankenkassen in Hinblick auf die Leistungen für spezielle Zielgruppen hervorgehoben.

Krankenkassen für Sparer

Wer besonderen Wert auf günstige Beiträge legt, der ist mit den bundesweit agierenden Kassen IKK Gesund Plus, BKK Firmus und hkk Krankenkasse gut bedient. Die Zusatzbeiträge sind hier sehr niedrig. Bei BKK Firmus und IKK Gesund Plus liegen sie bei 0,6 %, bei der hkk bei 0,59 %. Die Beiträge liegen hier also deutlich unter dem Durchschnitt. Das heißt aber nicht, dass Sie keine Zusatzleistungen erwarten dürfen.

Die hkk zahlt zum Beispiel für zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen für Kinder und Jugendliche, übernimmt die Kosten für homöopathische Behandlungen und leistet bei Schwangerschaft und Entbindung extra. So werden zum Beispiel mehr als die gesetzlich vorgeschriebenen 50% der Kosten für eine künstliche Befruchtung übernommen. Leistungen für die professionelle Zahnreinigung übernimmt die Kasse dagegen nur eingeschränkt. Weitere günstige Kassen sind unter anderem die AOK Plus, die Metzinger BKK, die AOK Sachsen-Anhalt und die BKK Scheufelen. Allerdings sind diese Krankenkassen alle nur regional begrenzt zugänglich.

Krankenkassen für Eltern

Die Zeit der Schwangerschaft ist für jede Frau eine besondere. Der Fokus liegt ganz auf dem Kind, das die Mutter unterm Herzen trägt. Natürlich wünschen sich Eltern hier eine optimale medizinische Versorgung für Mutter und Kind. Einige Kassen konzentrieren sich bei ihren Zusatzleistungen im Speziellen auf die Bedürfnisse werdender Eltern und auf Familien mit Kindern. Sie übernehmen Kosten für zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen im Kindes- und Jugendalter (z.B. U10 und U11), leisten zusätzlich bei künstlicher Befruchtung und zahlen einen Zuschuss für die Rufbereitschaft der Hebamme.

Finanztest nennt in diesem Bereich die bundesweiten Krankenkassen DAK Gesundheit, BKK Gildemeister Seidensticker, Heimat KK und hkk Krankenkasse als empfehlenswert für junge Eltern. Regionale Kassen, die ebenfalls Zusatzleistungen in diesem Bereich anbieten, sind zum Beispiel die AOK Baden-Württemberg, mhplus BKK, BKK Wirtschaft & Finanzen und die AOK Niedersachsen. 

Krankenkassen mit Zusatzleistungen zur Zahnvorsorge

Die Zähne ein- oder zweimal im Jahr professionell reinigen zu lassen, ist für viele Menschen ein wichtiger Baustein zur Zahngesundheit. Aber die Zahnreinigung geht ins Geld. Deshalb wünschen sie sich eine Krankenkasse, die die Kosten für die professionelle Zahnreinigung bezuschusst. Laut Finanztest sind in diesem Bereich unter andere die Bertelsmann BKK und die DAK-Gesundheit zu nennen, die einen Zuschuss von 100 bzw. 60 Euro pro Jahr zur professionellen Zahnreinigung zahlen.

Regionale Kassen wie die Metzinger BKK und die AOK Niedersachsen übernehmen sogar 120 bzw. 250 Euro (für zwei Behandlungen) pro Jahr. In der Regel wird ein prozentualer Anteil (meist 80 %) der Behandlung bis zu den Zuschussgrenzen gezahlt. Die oben genannten Kassen liegen mit ihren Zusatzbeiträgen immer noch in einem niedrigen Bereich, ausgenommen die DAK-Gesundheit. Das Gesamtpaket ist am Ende entscheidend dafür, ob sich die Zusatzbeiträge lohnen oder nicht.

Fazit zum Krankenkassen Test 2016

Die richtige Krankenkasse zu finden, ist eine ganz individuelle Angelegenheit. Je nach Lebensumständen und persönlichen Präferenzen ist die eine oder andere Krankenkasse mit ihren Zusatzleistungen die richtige für Sie. Damit Ihre Bedürfnisse Berücksichtigung finden können, sollten Sie einen individuellen Vergleich der Krankenkassen anfordern. Das geht ganz schnell, ist kostenlos und völlig unverbindlich. Damit finden Sie die Krankenkasse, die einen guten Preis und gute Leistungen bietet und im Krankheitsfall für Ihre optimale Absicherung sorgt.

Ein Wechsel der Krankenkasse ist übrigens möglich, wenn Sie mindestens 18 Monate Mitglied in Ihrer derzeitigen Kasse sind oder im Rahmen eines Sonderkündigungsrechts bei einer Beitragserhöhung. Die Krankenkassen dürfen Ihnen die Aufnahme nicht verweigern, auch dann nicht, wenn Sie krank und in Behandlung sind. Es lohnt sich die Preise und Leistungen der Krankenkassen immer wieder neu auf den Prüfstand zu stellen. 

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