Neuregelung Erwerbsminderungsrente

Neuregelung der Erwerbsminderungsrente ab 2014

Mit der Neuregelung der staatlichen Erwerbsminderungsrente ist monatlich etwas mehr Rente drin. Aber reicht das? Was neu ist und wie Sie sonst noch für den Fall der Invalidität vorsorgen können, sehen Sie unter Neuregelung der Erwerbsminderungsrente.

Neuregelung Erwerbsminderungsrente
Neuregelung der Erwerbsminderungsrente

Um die staatliche Erwerbsminderungsrente zu erhalten, muss man mindestens fünf Jahre versichert sein und in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung mindestens drei Jahre mit Pflichtbeiträgen für eine versicherte Tätigkeit belegt sein.

Ist man aus gesundheitlichen Gründen, sei es etwa wegen eines Unfalls oder einer chronischen Krankheit, nicht in der Lage, mindestens drei Stunden täglich einer Beschäftigung nachzukommen, ist man vor dem Gesetz voll erwerbsgemindert. Kann man mindestens drei, aber weniger als sechs Stunden am Tag einer Arbeit nachkommen, so ist man teilweise erwerbsgemindert.

Daran hat sich auch nichts geändert. Allerdings wurde beschlossen, dass die Berechnung der Erwerbsminderungsrenten in Zukunft zugunsten der Rentenempfänger mit geänderten Bezugsgrößen erfolgt. Welche Änderungen genau beschlossen wurden und was das letztlich an der Rente ausmacht, lesen Sie hier.

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Neuregelung der Erwerbsminderungsrente: Was ändert sich?

Die Rente bemisst sich nach der Gesamtdauer der zu leistenden Rentenzahlungen. Bisher wurde bei Eintritt der Erwerbsminderung so getan, als ob noch bis zur Vollendung des 60. Lebensjahres weitergearbeitet worden wäre. Bei einer nach dem 30.06.2014 eintretenden Erwerbsminderung wird künftig die Zurechnungszeit bis zum 62. Lebensjahr erhöht. Das heißt, es wird zwei Jahre länger eine fiktive Einzahlung in die Rentenkasse unterstellt. Dabei wird ein Durchschnittswert aus den bisher eingezahlten Beiträgen gebildet, der dann die Höhe der Entgeltpunkte bestimmt.

Auch hier hat sich die Gesetzeslage zugunsten der Rentenempfänger verändert: Die letzten 4 Jahre vor Eintritt der Erwerbsminderung werden künftig nicht mit in die Berechnung des Durchschnittswertes einbezogen, wenn dies für den Rentenempfänger ungünstig wäre. Die Erfahrung hat gezeigt, dass einer Erwerbsminderung meist Einschränkungen im Arbeitsleben vorangehen, so z.B. lange Ausfälle wegen Krankheit oder das Arbeiten in Teilzeit. Dies soll nun nicht mehr zum Nachteil bei der Berechnung der Rente sein.

Berechnung der Erwerbsminderungsrente – ein Rechenbeispiel

Im Folgenden können Sie die Berechnung der staatlichen Erwerbsminderung an einem fiktiven Beispiel nachvollziehen: Ein 40-jähriger Mann aus Westdeutschland kann infolge einer Krebserkrankung keinen Beruf mehr ausüben. Sein durchschnittlicher Jahresverdienst liegt bei 40.000 Euro, in den Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung konnte er seiner Tätigkeit normal nachkommen. Der (geschätzte) durchschnittliche Jahresverdienst der Deutschen liegt laut Deutscher Rentenversicherung im Jahr 2014 bei 34.857 Euro. Teilt man den Bruttojahresverdienst des Mannes durch den Durchschnittswert der Deutschen, so erhält man die Höhe der Entgeltpunkte (EP):

40.000 Euro/34.857 Euro = 1,14 Entgeltpunkte (EP)

Diese werden multipliziert mit der Zeit, in der bereits eingezahlt wurde, die liegt hier bei 20 Jahren:

1,14 EP x 20 Jahre = 22,80 EP

Die Zurechnungszeit beträgt nach alter Regelung 20 Jahre, nach Neuregelung 22 Jahre und wird mit dem Wert der Entgeltpunkte multipliziert:

ALT: 1,14 EP x 20 Jahre = 22,8 EP

NEU: 1,14 EP x 22 Jahre = 25,08 EP

Nun werden Beitragszeit und Zurechnungszeit addiert und dann mit dem aktuellen Rentenwert multipliziert:

Alt: 22,8 + 22,8 = 45,60

45,60 x 28,61 = 1304,61 Euro – 10,8 % Abschlag = 1163,72 Euro

Neu: 22,8+25,08 = 47,88

47,88 x 28,61 = 1369,84 Euro – 10,8 % Abschlag = 1221,90 Euro

Differenz zu Gunsten der Neuregelung der Erwerbsminderungsrente: 58,18 Euro/Monat

Reicht Ihnen die staatliche Erwerbminderungsrente aus?

Die gesetzliche Neuregelung der Erwerbsminderungsrenten ist also für Neurentner eine Verbesserung. Allerdings fällt auch auf, dass die ausgezahlte Rente immer noch sehr schmal ausfällt. Bei einem verheirateten Mann mit Steuerklasse 3 wäre vorher vom Arbeitgeber ein Nettolohn von 2.323 Euro ausgezahlt worden, d.h. das Einkommen hat sich nun fast halbiert!

Hat man beispielsweise ein Haus erworben und ist bei der Finanzierung davon ausgegangen bis zur Rente leistungsfähig zu sein, steht man schnell vor einer existenzbedrohenden Situation, wenn das Einkommen dermaßen einbricht. Die staatliche Absicherung ist eine gute Sache, aber für die wenigsten Menschen reicht sie aus, um die Lebenshaltungskosten zu decken. Daher sollten Sie unbedingt für den Fall der Invalidität auch privat vorsorgen. Eine Erwerbs- oder Berufsunfähigkeitsversicherung sichert Sie und ihre Familie für den Ernstfall ab.

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