Erwerbsminderungsrente Statistik

Erwerbsminderungsrente: Psychische Erkrankungen dominieren

Laut Erwerbsminderungsrente Statistik wurden im Jahr 2011 die meisten Fälle von Erwerbsminderung durch psychische Erkrankungen hervorgerufen – ein Trend, der sich in den letzten Jahren bereits angekündigt hat und vor allem Frauen betrifft. 

Erwerbsminderungsrente Statistik
Der Anteil der psychischen Erkrankungen steigt.

Erkrankungen des Skelettes und Herz-Kreislauf-Krankheiten – die lange Zeit Führenden in der Statistik der häufigsten Erwerbsminderungsrentenfälle –  sind im Gegenzug immer seltener die Ursache für eine Frühverrentung.

Leider erhält aber längst nicht jeder Erkrankte auch eine Erwerbsminderungsrente: Hat man nicht wenigstens 60 Monate lang Beiträge in die Rentenkasse eingezahlt, hat man keinerlei Anspruch auf die Rente. Mindestens 36 Monate der Beitragszahlung müssen dabei innerhalb der letzten fünf Jahre liegen.

Berufsanfänger haben somit nicht die Möglichkeit, frühverrentet zu werden; ebenso Personen, die zwischenzeitlich aus dem Job ausgestiegen sind und danach weniger als drei Jahre gearbeitet haben. Kindererziehungszeit, Wehr- oder Zivildienst und Zeiten, in denen Kranken- oder Arbeitslosengeld gezahlt wurde, zählen jedoch nicht als Jobpause.

Weiterhin hat nur einen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente, wer nicht mehr in der Lage ist, mindestens sechs Stunden am Tag zu arbeiten. Hierbei können Erwerbsgeminderte jedoch auch auf andere „zumutbare“ Tätigkeiten verwiesen werden.

Beträgt die Arbeitsfähigkeit zwischen drei und sechs Stunden, erhält der Erwerbsgeminderte nur die halbe Rente; erst wenn sie sich auf weniger als drei Stunden beläuft, schüttet der Staat die volle Rente aus. Die Höhe der Rente richtet sich individuell nach bisherigem Einkommen und Versicherungsjahren. Da letztere bei Jüngeren nur wenig Zeit ausmachen, wird bei Erfüllung der sonstigen Voraussetzungen die Zeit bis zum 60. Lebensjahr angerechnet.

Häufigste Ursache für eine Erwerbsminderungsrente: Psychische Erkrankungen

Es ist eine traurige Bilanz: Immer mehr Fälle von Erwerbsunfähigkeit werden durch psychische Erkrankungen verursacht. Dies bestätigt auch die Erwerbsminderungsrente Statistik 2011, derzufolge im Jahr 2011 etwa 73.300 Männern und Frauen  – dem größten Teil der Rentner – eine Frührente aufgrund einer psychischen Krankheit bewilligt wurde.

Besonders Frauen sind von seelischen Leiden betroffen: Während vor knapp zwanzig Jahren noch 20% der frühverrenteten Frauen wegen einer Depression oder Ähnlichem aus dem Berufsleben ausschieden, waren es im vergangenen Jahr bereits 47% der Frauen. Die Zahl der Frührenten, die wegen einer Störung von Skelett, Muskeln oder Bindegewebe bewilligt werden mussten, ist dagegen rückläufig: Etwa 25.000 Neurentnern wurde ihrem Antrag auf Erwerbsminderungsrente aus diesem Grund stattgegeben.

Auch die Zahl der aufgrund von Herz- und Kreislaufproblemen gewährten Frührenten – etwa 20.000 – nimmt sich gegenüber dem durch psychische Erkrankungen verursachten Anteil gering aus. Experten führen die stark angestiegene Zahl mentaler Störungen und die damit verbundene Arbeitsunfähigkeit nicht nur auf Schwierigkeiten am Arbeitsplatz zurück, sondern auch auf private Probleme, die zusätzlich einwirken. Zudem werden entsprechende Erkrankungen heutzutage eher erkannt und diagnostiziert.

Erwerbsminderungsrente ersetzt keine Berufsunfähigkeitsversicherung

Wie die Erwerbsminderungsrente Statistik zeigt, ist die Gefahr, durch eine psychische Krankheit erwerbsunfähig zu werden, nicht zu unterschätzen. Auf die Erwerbsminderungsrente des Staates sollte man sich jedoch nicht unbedingt verlassen: Selbst wer sich sicher sein kann, die Rahmenbedingungen für den Rentenbezug zu erfüllen, sollte bedenken, dass er im Ernstfall möglicherweise auf eine andere Tätigkeit verwiesen wird und daher keine oder nur die halbe Rente beziehen kann. Zudem reichen die gewährten Summen oftmals kaum zur Existenzsicherung: So lag die durchschnittliche Erwerbsminderungsrente bei Neurentnern im Jahre 2011 bei nur etwa 600 Euro pro Monat.

Selbst Gutverdienende können sich nicht immer sicher sein, bei Frühverrentung ausreichend versorgt zu sein – insbesondere dann, wenn sie selbst eine Familie zu versorgen haben. Hier ist der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung empfehlenswert.

Unser Tipp: Erkundigen Sie sich bei Ihrem Rentenversicherungsträger nach Ihren Rentenansprüchen für den Fall der Erwerbsminderung. Falls eine Versorgungslücke besteht, schließen Sie am besten eine Berufsunfähigkeitsversicherung ab.

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