Auszahlung Unterstützungskasse

Unterstützungskasse: Monatliche Rente oder Kapitalauszahlung?

Wer in eine Unterstützungskasse einzahlt, möchte mit Erreichen des Rentenalters auch die Früchte seiner Bemühungen ernten. Steht die Auszahlung an, bietet die Unterstützungskasse zwei Optionen: Den Bezug einer regelmäßigen monatlichen Rente oder eine Kapitalauszahlung.

Unterstützungskasse Auszahlung
Auszahlung Unterstützungskasse: Rente oder
Kapitalauszahlung?

Wer die Wahl hat, hat die Qual: Ebenso wie bei einer privaten Rentenversicherung kann der Sparer auch hinsichtlich seiner betrieblichen Altersvorsorge entscheiden, ob er bei Rentenbeginn die Auszahlung als monatliche Summe – eben in Form einer klassischen Rente – oder eine Auszahlung des Angesparten auf einen Schlag vorzieht.

Wer sich für die Rente entscheidet, erhält diese lebenslang. Die Höhe der Rente wird von Einzahlungen bestimmt, die der Versorgungsberechtigte während seines Erwerbslebens – vielleicht in Kooperation mit seinem Arbeitgeber – geleistet hat. Während die Einzahlungen in die Unterstützungskasse nicht nur steuer-, sondern auch weitgehend sozialabgabenfrei sind, werden die Rentenzahlungen in der Auszahlungsphase allerdings als Einkommen aus nichtselbständiger Arbeit besteuert bzw. mit Sozialabgaben belegt.

Ab wann die Betriebsrente aus der Unterstützungskasse in Anspruch genommen werden darf, hängt davon ab, wie die Rente finanziert wurde – Rentner, die ihren Vertrag per Gehaltsumwandlung bespart haben, müssen nicht bis zum vollendeten 67. Lebensjahr warten, um die Rente zu erhalten, während sich Rentner mit arbeitgeberfinanzierter Rente teils bis zu diesem Zeitpunkt gedulden müssen. Regelmäßige Rentenzahlungen können von großem Vorteil sein, wenn die gesetzliche Altersrente nicht so hoch ausfällt wie erwartet. Gerade Rentner, die noch lange leben, machen hier oftmals das bessere Geschäft.

Einmalige Auszahlung der Unterstützungskasse

Doch niemand kann vorhersehen, wie lange er leben wird – und somit kann es auch klug sein, sich für eine Kapitalabfindung statt für eine monatliche Rentenzahlung zu entscheiden: Viele Rentner, die aus der Unterstützungskasse ohnehin nur eine geringe Betriebsrente zu erwarten haben, nehmen lieber eine größere Einmalzahlung als einmal pro Monat einen kleinen Betrag.

Damit erfüllen sie sich etwa einen bestimmten Wunsch oder tilgen einen Wohnkredit, damit sie nicht länger Zinsen zahlen müssen. Auch die Höhe der Kapitallleistung hängt von den in die Unterstützungskasse eingezahlten Beiträgen ab.

Die Summe, die der Betriebsrentner erhält, wenn er für eine Einmalauszahlung votiert, unterliegt wie die Monatsrente auch sowohl der Besteuerung als auch der Sozialabgabenpflicht. Sie ist durch die Anwendung der Fünftelregelung jedoch steuerlich vorteilhafter: Durch die Fünftelregelung wird nur ein Fünftel des Gesamtbetrages als Steuergrundlage herangezogen; das Ergebnis wird anschließend mit fünf multipliziert.

Zur Berechnung der Sozialabgaben wird der hundertzwanzigste Teil der ausgezahlten Summe für die Berechnung der Versorgungsbezüge herangezogen; dies jedoch höchstens für eine Dauer von zehn Jahren.
Die Wahl einer Kapitalauszahlung anstelle einer Rente kann sich auch auszahlen, wenn es ums Vererben geht: Wenn im Vertrag nichts anderes festgeschrieben ist, ist die Rente nämlich nur dem Ehepartner vererbbar; soll die Betriebsrente aus der Unterstützungskasse im Todesfall einer anderen Person zur verfügung stehen, empfiehlt sich die Rente also nicht.

Inflationsausgleich bei der Rente wichtig

Wer später die Rente wählt, sollte in jedem Fall darauf achten, dass die Unterstützungskasse bei der Auszahlung auch einen Inflationsausgleich schafft: Zwar hat der ehemalige Arbeitgeber die Pflicht, alle drei Jahre eine Anpassung der Beträge zu prüfen, doch zu einer Erhöhung der Rente ist er letztlich nicht unbedingt verpflichtet – insbesondere, wenn er mit einer schlechten Wirtschaftslage argumentieren kann.

Einige Betriebsrentenverträge sehen automatisch eine jährliche Steigerung der Rente um ein Prozent vor, doch ist dies nicht in allen Fällen gegeben. Rentenempfänger ohne einen solchen Vertrag sollten ihren Arbeitgeber alle drei Jahre schriftlich zu einer Überprüfung der Rentensumme auffordern – geht er nicht darauf ein, kann auch Widerspruch eingelegt und notfalls das Arbeitsgericht eingeschaltet werden. Rentner, die über Jahre hinweg keine Rentenerhöhung erhalten haben, können dadurch mitunter sogar größere Nachzahlungen erwirken.