Pensionsfonds

Betriebliche Altersvorsorge: Pensionsfonds

Entscheidet sich der Arbeitgeber für eine betriebliche Altersvorsorge über einen Pensionsfonds, so hat der Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch auf Altersvorsorge  gegenüber der Fondsgesellschaft. Die Versorgungsleistung wird als lebenslange Altersrente oder in Form eines Auszahlplans mit anschließender Restverrentung erbracht. Mittlerweile sind auch Kapitalauszahlungen möglich.

Pensionsfonds
3. Durchführungsweg der BAV: Der Pensionsfonds

Bei einem Pensionsfonds handelt es sich um einen rechtlich eigenständigen Versorgungsträger. Die Finanzierung der Leistungen aus einem Pensionsfonds erfolgt im Kapitaldeckungsverfahren. Selbst im Falle einer Insolvenz des Unternehmens sind die Ansprüche des Arbeitnehmers über den Pensionssicherungsverein auf Gegenseitigkeit (PSVaG) geschützt.

Der Verwaltungs- und Abwicklungsaufwand für Pensionsfonds ist für den Arbeitgeber eher gering. Pensionsfonds unterliegen der Kontrolle durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Lesen Sie im folgenden alles Wichtige über die betriebliche Altersvorsorge per Pensionsfonds.

Pensionsfonds: Zusagearten

Beitragszusagen eines Pensionsfonds können unterschiedlich erfolgen: Beitragzusagen mit Mindestleistungen, beitragsorientierte oder reine Leistungszusagen sowie reine Beitragszusagen.

Beitragszusagen mit Mindestleistungen garantieren dem Arbeitnehmer nur die bis dahin gezahlten Beiträge abzüglich der Beitragsanteile, die für eine Invaliditäts- oder Hinterbliebenenabsicherung verbraucht wurden. Die tatsächliche Höhe der Leistungen wird aus den Beiträgen und den erwirtschafteten Überschüssen ermittelt.

Beitragsorientierte Leistungszusagen garantieren dem Arbeitnehmer, dass ein bestimmter Betrag für seine Altersvorsorge aufgewendet wird. Die Leistungen berechnen sich dann aus der Höhe der geleisteten Beiträge und erwirtschafteten Zinsen. Die Haftung des Pensionsfonds ist hierbei eingeschränkt.

Die reinen Leistungszusagen garantieren dem Arbeitnehmer eine bestimmte Leistung. Es handelt sich hierbei entweder um einen festen Betrag oder um einen prozentualen Anteil des letzten Gehaltes.

Reine Beitragszusagen des Arbeitgebers sind seit 2018 möglich. Der Arbeitgeber wird damit von seiner Haftung entbunden. Seine Verpflichtung erstreckt sich nur auf die Abführung der vereinbarten Beiträge. Der Pensionsfonds tritt gegenüber dem Arbeitnehmer in die Leistungspflicht, ohne diese in der Höhe zu garantieren.

Pensionsfonds: Ansprüche des AN, Entgeltumwandlung und Riester-Förderung

Der Arbeitnehmer hat einen Rechtsanspruch auf Altersvorsorgeleistungen dem Pensionsfonds gegenüber. Aber: Auch bei dieser Form der betrieblichen Altersvorsorge ist der Arbeitgeber in der Sekundärhaftung, d.h. kann der Rechtsanspruch durch den Pensionsfonds nicht oder nicht vollständig befriedigt werden, ist der Arbeitgeber in der Haftung.

Sowohl die Entgeltumwandlung als auch die Riester-Förderung ist bei Pensionsfonds möglich. Letztere nur, wenn die zu fördernden Beiträge aus individuell versteuertem Lohn gezahlt wurden.

Pensionsfonds: Rechte und Pflichten des Arbeitgebers

Der Arbeitgeber kann mit einem Pensionsfonds die betriebliche Altersvorsorge auslagern und dabei von ihm zu zahlende Beiträge als Betriebsausgaben geltend machen. Auf Wunsch muss er für den Arbeitgeber die Entgeltumwandlung durchführen und die Beiträge an den Pensionsfonds abführen. Die Auszahlung erfolgt in der Regel direkt von der Fondsgesellschaft an den Leistungsempfänger, also an den Arbeitnehmer.

Pensionsfonds: Ausscheiden des Arbeitnehmers

Das versicherungsvertragliche Verfahren ist im Rahmen einer betrieblichen Altersvorsorge durch einen Pensionsfonds nicht möglich. Der Arbeitnehmer kann deshalb die Versorgung nicht mitnehmen, aber sie kann von ihm mit eigenen Beiträgen weitergeführt werden oder beitragsfrei gestellt werden. Theoretisch besteht auch die Möglichkeit, das angesparte Vermögen in einen anderen Durchführungsweg zu überführen.

Pensionsfonds: Steuerliche Behandlung beim Arbeitnehmer

In der Ansparphase: Grundsätzlich gehören die Zuwendungen des Arbeitgebers an einen Pensionsfonds zum steuerpflichtigen Einkommen des Arbeitnehmers, da er einen Rechtsanspruch auf die Versorgungsleistungen hat. Auch Eigenbeiträge des Arbeitnehmers müssen normalerweise aus dem versteuerten und mit Sozialabgaben belasteten Einkommen geleistet werden. Allerdings gibt es für den Arbeitnehmer verschiedenen Steuervorteile, die er nutzen kann.

Bis zu 2.976 Euro (4% BBG in der Rentenversicherung im Jahr 2016) zzgl. 1.800 Euro bei Neuzusagen (ab 01.01.2005) der vom Arbeitgeber bzw. per Entgeltumwandlung gezahlten Beiträge können steuerfrei belassen werden. Allerdings sind nur 2.976 Euro auch sozialversicherungsfrei, die zusätzliche Förderung von 1.800 Euro ist sozialversicherungspflichtig. Werden die rechtlichen Voraussetzungen für eine Steuerbefreiung der Arbeitgeberbeiträge (nach 3 Nr. 63 EStG) nicht erfüllt, so sind die Beiträge individuell zu versteuern.

Die Möglichkeit der Pauschalbesteuerung besteht bei Pensionsfonds weder bei Neu- noch bei Altzusagen. Nimmt der Arbeitnehmer jedoch die Pauschalversteuerung bspw. für eine Direktversicherung aus einer Altzusage zeitgleich in Anspruch, so erfolgt eine Kürzung des Freibetrages nach § Nr. 63 EStG.

In der Auszahlungsphase: Die Besteuerung hängt davon ab, wie die Beiträge, die die Leistung begründen, steuerlich behandelt wurden. Bei steuerfreien Beiträgen nach § 3 Nr. 63 EStG müssen die Auszahlungsbeträge voll versteuert werden. Wurden die Beiträge aus individuell versteuertem Einkommen gezahlt, so sind die späteren Rentenleistungen nur mit dem Ertragsanteil zu versteuern.

Pensionsfonds: Steuerliche Behandlung beim Arbeitgeber

Nach § 4e EStG darf der Arbeitgeber Beiträge an einen Pensionsfonds als Betriebsausgaben abziehen, soweit die Aufwendungen auf einer festgelegten Verpflichtung beruhen oder der Abdeckung von Fehlbeträgen beim Fonds dienen. Fehlbeträge müssen ausgeglichen werden, wenn der Pensionsfonds nicht für alle Leistungsversprechen die Leistungen und die hierfür erforderlichen Beiträge garantieren darf.

Der Arbeitgeber muss aufstocken, wenn der Pensionsfonds mit den kalkulierten Beiträgen nicht die in Aussicht gestellten Leistungen erreicht. Eine Bilanzierung des Deckungskapitals eines Pensionsfonds beim Arbeitgeber hat nicht zu erfolgen, da der Rechtsanspruch beim Arbeitnehmer liegt.

Die Auszahlung der Leistungen erfolgt i.d.R. direkt vom Pensionsfonds an den Arbeitnehmer. Der Arbeitgeber muss keine Lohnsteuer abführen, da die Beträge beim Arbeitnehmer als sonstige Einkünfte versteuert werden.

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