Direktzusage

Betriebliche Altersvorsorge: Direktzusage

Die Direktzusage gehört zu den nicht-versicherungsförmigen Durchführungswegen in der betrieblichen Altersversorgung. Der Arbeitgeber sagt dabei dem Arbeitnehmer die Versorgung im Alter, bei Invalidität oder Tod zu und sichert diese durch gewinnmindernde Pensionsrückstellungen.

Direktzusage
4. Durchführungsweg der bAV: Die Direktzusage

Die Direktzusage wird auch innerbetriebliche Versorgungszusage oder Pensionszusage genannt. Diese Begriffe bezeichnen das Versprechen des Arbeitgebers, im Falle von Berufsunfähigkeit, Alter, Invalidität oder Tod des Arbeitnehmers Versorgungsleistungen zu zahlen. Im Todesfall werden diese an die Hinterbliebenen geleistet.

Der Arbeitgeber muss nach gegebener Zusage dafür sorgen, dass ihm die Mittel zur Versorgung des Arbeitnehmers im Leistungsfall auch zur Verfügung stehen.

Er bleibt dabei innerhalb seines Liquiditätsrahmens flexibel und kann die Altersversorgung nach eigenen Vorstellungen gestalten. Lesen Sie im folgenden alles Wichtige über den bAV-Durchführungsweg Direktzusage.

Direktzusage: Zusagearten

Beitragszusagen des Arbeitgebers können unterschiedlich erfolgen. Grundsätzlich gibt es drei Zusagearten: Beitragszusagen mit Mindestleistungen, beitragsorientierte oder reine Leistungszusagen. Bei einer Direktzusage sind allerdings Beitragszusagen mit Mindestleitungen nicht möglich.

Beitragsorientierte Leistungszusagen garantieren dem Arbeitnehmer, dass ein bestimmter Betrag für seine Altersvorsorge aufgewendet wird. Die Leistungen berechnen sich dann aus der Höhe der geleisteten Beiträge und der erwirtschafteten Zinsen.

Reine Leistungszusagen sichern dem Arbeitnehmer eine bestimmte Leistung zu: Entweder einen fest vereinbarten Betrag oder einen prozentualen Anteil seines letzten Gehaltes. Die möglichen Zusagearten können in Form einer Festbetragszusage, gehaltsabhängige Zusage oder Gesamtversorgungszusage bzw. in Form einer Anwartschaft auf diese weiter ausgestaltet werden.

Direktzusage: Ansprüche des Arbeitnehmers

Der Arbeitnehmer kann die ihm zugesagte Versorgungsleistung von seinem Arbeitgeber verlangen. Hat dieser eine Rückdeckungsversicherung abgeschlossen, hat der Arbeitnehmer trotzdem den Anspruch nur seinem Arbeitgeber gegenüber. Er selbst hat keinen Anspruch aus der Rückdeckungsversicherung und könnte diesen auch nicht von der Versicherungsgesellschaft einfordern oder einklagen.

Eine Riesterförderung ist in dieser Durchführungsform der betrieblichen Altersvorsorge nicht möglich. Eine Entgeltumwandlung kann bei entsprechender Vereinbarung von Arbeitgeber und Arbeitnehmer erfolgen.

Direktzusage: Rechte des Arbeitgebers

Der Arbeitgeber kann steuerlich günstige Pensionsrückstellungen bilden, frühestens in dem Jahr, in dem die Zusage erteilt wird und der Arbeitnehmer das 27. Lebensjahr vollendet (bis 31.12.2000 das 30. Lebensjahr). Bei Pensionszusagen, die durch Entgeltumwandlung finanziert werden, gelten keine Altersgrenzen.

Oftmals schließen Arbeitgeber zur Sicherung der Liquidität im Leistungsfall eine Rückdeckungsversicherung ab, aber auch eine Rückdeckung über Investmentfonds (meist zusätzlich zur Versicherungsdeckung) ist möglich. Der Arbeitgeber hat hier die freie Wahl.

Direktzusage: Ausscheiden des Arbeitnehmers

Scheidet ein Arbeitnehmer aus seinem Arbeitsverhältnis aus, bevor er das Renteneintrittsalter erreicht hat, und nicht aufgrund von Invalidität und Berufsunfähigkeit, so hat er einen Anspruch auf teilweise Auszahlung des zugesagten Versorgungsbetrages. Der ihm zustehende Teil wird folgendermaßen berechnet:

  • Pensionszusage in Höhe von 30.000 Euro
  • Diensteintritt im Alter von 35 Jahren
  • Rente ab dem 65. Lebensjahr
  • Ausscheiden aus dem Dienst nach 20 Jahren (von vormals 30 Jahren bis zur Rente)
  • Pensionsanspruch: 30.000 Euro / 30 Jahre (mögliche Dienstzeit) = 1.000 Euro
    x 20 Jahre (geleistete Dienstzeit) = 20.000 Euro

Eine private Weiterführung der Altersvorsorge durch den Arbeitnehmer ist nicht möglich.

Direktzusage: Steuerliche Behandlung beim Arbeitnehmer

In der Ansparphase: In der Ansparphase: Die reine Pensionsrückstellung des Arbeitgebers hat für den Arbeitnehmer keinerlei steuerliche Auswirkungen. Da der Arbeitnehmer auch bei abgeschlossener Rückversicherung nicht bezugs- oder verfügungsberechtigt ist, ist er hinsichtlich dieser Leistungen nicht bereichert und hat auch hier keine steuerliche Auswirkung zu erwarten. Erst ab dem Zeitpunkt, ab dem den Arbeitnehmer auch Leistungen aus der Zusage zufließen, kommt eine Besteuerung in Betracht.

In der Auszahlungsphase: Da der Arbeitnehmer in der Ansparphase keine Steuern für die Versorgungszusage geleistet hat, ist er in der Auszahlungsphase dazu verpflichtet die Leistungen in voller Höhe zu versteuern, egal, ob es sich um eine einmalige Kapitalabfindung oder eine Rentenzahlung handelt. Steuerlich zählen beide Formen zu den Versorgungsbezügen nach § 19 EStG. Diese werden der Lohnsteuer unterworfen wie normaler Arbeitslohn, allerdings steht dem Bezieher ein zusätzlicher Versorgungsfreibetrag zu, der aber bis 2040 immer weiter verringert wird, bis auf 0 Euro.

Außerdem steht dem Versorgungsempfänger auch weiterhin der Arbeitnehmer-Pauschbetrag zu. Bei einmaligen Kapitalzahlungen kommt eine Inanspruchnahme der ermäßigten Besteuerung für mehrjährige Tätigkeiten in Betracht. Durch eine spezielle Berechnung soll eine unverhältnismäßig hohe Progression bei einmaligen Zahlungen vermieden werden.

Direktzusage: Steuerliche Behandlung beim Arbeitgeber

In der Ansparphase: Der Arbeitgeber muss die dem Arbeitnehmer zugesagten Leistungen als Verbindlichkeit bilanzieren (als Pensionsrückstellung). Die Bildung dieses Postens stellt einen Aufwand dar, den der Arbeitgeber steuerlich geltend machen kann. Obwohl noch keine Zahlungen an den Arbeitnehmer geflossen sind, wirkt sich die Rückstellung beim Arbeitgeber gewinnmindernd aus und das Unternehmen hat dadurch einen Liquiditätsgewinn. 

In der Auszahlungsphase: Die Auflösung der Pensionsrückstellung durch Auszahlungen von Rente wirkt sich demnach gewinnerhöhend aus. Der Vorteil für den Arbeitgeber ergibt sich im Zinsvorteil durch den temporären Liquiditätsgewinn während der Ansparphase.