Direktzusage Risiko

Direktzusage: Das Risiko liegt beim Arbeitgeber!

Die Direktzusage ist eine der beliebtesten Formen der betrieblichen Altersvorsorge. Für Arbeitgeber ist sie einerseits eine attraktive Möglichkeit der Liquiditätserhöhung. Andererseits birgt sie aber auch gewisse Risiken, denen es vorzubeugen gilt.

Direktzusage Risiko
Welche Risiken gibt es bei der Direktzusage?

Im Gegensatz zu anderen Formen der betrieblichen Altersvorsorge stellt die Direktzusage, auch Pensionszusage genannt, keine versicherungsförmige Lösung dar. Bei einer Direktzusage gibt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer gegenüber ein Versprechen, ihn bei Invalidität oder im Alter, bei Tod auch seine Angehörigen zu versorgen.

Hier kann z.B. ein bestimmter Prozentsatz des letzten oder auch des durchschnittlichen Lohns zugesagt werden. Um das Versprechen einzuhalten, muss der Arbeitgeber allerdings keinen Versicherungsvertrag abschließen: Er ist selbst für die Einhaltung der Zusage verantwortlich; die Zahlungsverpflichtung liegt allein bei ihm. Um sie einhalten zu können, muss der Arbeitgeber Rücklagen bilden, die sich für das jeweilige Unternehmen steuermindernd auswirken.

Direktzusage: Kein Risiko für Arbeitnehmer

Dies ist zugleich der Grund, weshalb sich die Direktzusage bei vielen Firmen großer Beliebtheit erfreut: Teils werden die Rücklagen nämlich erst einmal auf dem Papier gebildet, ohne tatsächlich vorhanden zu sein. So erhöht die Firma ihre Liquidität. Was vor der Rente des Arbeitnehmers günstig erscheint, kann sich aber ins Gegenteil verkehren, sobald dieser die Rentenphase erreicht hat: Spätestens dann muss der Arbeitgeber nämlich für seine Zusage einstehen und die versprochene Rente auch leisten.

Damit der Arbeitnehmer sich auf die Auszahlung verlassen kann, ist der Arbeitgeber verpflichtet, in den sogenannten Pensionssicherungsverein einzuzahlen: Wird das Unternehmen insolvent, übernimmt der Sicherungsverein dann die monatlichen Rentenleistungen. Für den Arbeitnehmer besteht somit kein Risiko bei einer Direktzusage.

Risiko Direktzusage: Arbeitgeber sollten sich absichern

Für Arbeitgeber gilt jedoch: Sie sollten vorsichtig kalkulieren und die Direktzusage rechtzeitig absichern, damit die Finanzen durch zugesagte Renten nicht in Schieflage geraten. Gerade im Hinblick auf den veranschlagten Kapitalbedarf zur Leistungsabsicherung und die Lebenserwartung der Arbeitnehmer geben sich viele Firmen zu sorglos und rechnen mit (zu) hohen Erträgen oder dem frühen Tod des zu Versorgenden. Solche Annahmen können sich im Ernstfall jedoch als Fallstricke erweisen.

Deshalb ist es besser, das Risiko einer Direktzusage abzufedern: Dies geht z.B. mittels einer Rückdeckungsversicherung, d.h., einer Lebensversicherung, die auf das Leben des Arbeitnehmers abgeschlossen wird. Der Arbeitgeber ist hierbei Versicherungsnehmer und gleichzeitig Bezugsberechtigter; läuft die Versicherung ab, nutzt der Arbeitgeber sie, um die Rente oder eine etwaige Kapitalzahlung auszufinanzieren.

Absicherung durch Kapitallebensversicherung

Die Beiträge zu einer Rückdeckungsversicherung können steuerlich zur Geltung gebracht werden. Andererseits zählt der Versicherungswert zum Betriebsvermögen, da der Arbeitgeber ja das Bezugsrecht hat. Dadurch mindert sich der positive steuerliche Effekt, doch die Kreditwürdigkeit des Unternehmens steigt. Die Absicherung durch eine Lebensversicherung hat allerdings auch ihre Tücken: Die Renditen, die die Versicherungen ertragen, sind nämlich in den letzten Jahren deutlich gesunken.

Werden die Werte, die zum Gesellschaftsvermögen zählen, allerdings bilanziell angepasst, verringert sich das Eigenkapital des Unternehmens; somit sinkt auch die Kreditwürdigkeit. Gerade aufgrund der schwankenden oder sinkenden Verzinsung in der Kapitallebensversicherung und einer möglichen Langlebigkeit der Rentner reicht das durch die Lebensversicherung erwirtschaftete Kapital zudem oftmals nicht für eine lebenslange Rentenversorgung aus.

Alternative Möglichkeiten der Rückdeckung

Eine Alternative besteht in der Investition in eine Rentenversicherung, die ihre Leistungen garantiert lebenslang erbringt. Hier wiederum sind die Kosten der Versicherung in aller Regel höher, da die Lebenserwartung der versicherten Personen vorsichtiger berechnet wird und die Verwaltungskosten meist höher liegen. Noch dazu ist der Wert, den die Versicherung kurz vor Rentenbeginn erreicht, etwa 30 bis 40 Prozent höher als der einer Kapitallebensversicherung, wodurch deutlich mehr Steuern anfallen.

Eine weitere Alternative besteht in der Absicherung über eine Investition in Investmentfonds: Dabei ist der Arbeitgeber Depotinhaber und Verfügungsberechtigter, der auch die Anlagestrategie vorgibt. Die Ausgaben für Investmentfonds sind steuerlich nicht absetzbar, in der Bilanz muss das Fondsguthaben jedoch nur mit seinen Anschaffungskosten erscheinen. Zudem sind Dividenden und Kursgewinne aus Anlagegeschäften zu 95 Prozent steuerfrei.

Risiko Direktzusage: Fonds nicht ohne Risiko

Insofern ist die Anlage in Investmentfonds grundsätzlich eine attraktive Möglichkeit für Arbeitgeber, eine Direktzusage mit geringem Risiko zu realisieren. Es gilt allerdings zu beachten, dass im Gegensatz zur Kapitallebensversicherung und auch zur privaten Rentenversicherung eine Absicherung für vorzeitige Versorgungsfälle in jedem Fall separat erfolgen muss.

Zudem beinhalten reine Aktienfonds keine garantierten Leistungen, so dass auch Verluste möglich sind. Welcher Lösung er zuneigt, muss jeder Arbeitgeber selbst entscheiden. Möglich ist letztlich auch eine teilweise Ausfinanzierung der zugesagten Rentenleistung durch Investition in Fonds.

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