Direktzusage Entgeltumwandlung

Direktzusage Entgeltumwandlung

Auch beim Durchführungsweg Direktzusage gibt es die Möglichkeit der Entgeltumwandlung: Somit können Arbeitnehmer einen Teil ihres Bruttogehaltes in die betriebliche Altersvorsorge stecken. Die Entgeltumwandlung bei einer Direktzusage ist zugleich unter dem Begriff „deferred compensation“ bekannt.

Direktzusage Entgeltumwandlung
Betriebliche Altersvorsorge per Direktzusage

Nimmt ein Arbeitnehmer eine „deferred compensation“ wahr, kann er unbegrenzt aus dem Gehaltsbrutto in die Direktzusage investieren: Anders als bei bAV-Durchführungswegen wie der Direktversicherung oder der Unterstützungskasse gelten hier keine bestimmten Steuerfreibeträge; das Eingezahlte wird ausschließlich nachgelagert besteuert.

Sozialabgaben müssen ab einer Höhe von vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung (2015: 2904 Euro) geleistet werden. Die spätere Gesamtversorgung aus gesetzlicher und betrieblicher Rente darf 75 Prozent des Bruttogehalts nicht übersteigen. Gerade für Besserverdienende eignet sich die Realisierung der Direktzusage aus eigenen Mitteln besonders, da auf diese Weise große Teile des Gehaltes in die Altersversorgung fließen können. Oft favorisieren Arbeitnehmer Einmalbeitragsmodelle, bei denen von Jahr zu Jahr entschieden wird, wie viel Gehalt in die betriebliche Altersvorsorge eingehen soll – auf diese Weise können z.B. auch einmalige Zuwendungen des Arbeitgebers in die spätere Rente investiert werden.

Externe Absicherung auch bei Entgeltumwandlung empfohlen

Die arbeitnehmerfinanzierte Direktzusage sollte ebenso wie eine arbeitgeberfinanzierte Direktzusage über eine Versicherung rückgedeckt werden. Dies ist Aufgabe des Arbeitgebers, der den vom Arbeitnehmer abgegebenen Beitrag in einen entsprechenden Vertrag einzahlt. Der Arbeitnehmer profitiert dann zudem von möglichen Kapitalerträgen, die der Versicherer mit dem Eingezahlten erwirtschaftet. Versicherungsnehmer, Beitragszahler und Bezugsberechtigter ist der Arbeitgeber, während der Arbeitnehmer versicherte Person ist.

Durch Verpfändung der Versicherung an den Arbeitnehmer ist dieser auch bei Insolvenz seines Arbeitgebers vor Verlust der Betriebsrente geschützt. Zusätzlich zum Abschluss der Versicherung werden unternehmensintern Rückstellungen gebildet. Einerseits zählen die Beiträge, die der Arbeitgeber in eine Rückdeckungsversicherung einzahlt, zu den Betriebsausgaben und können steuerlich geltend gemacht werden, zudem mindern die nötigen Pensionsrückstellungen im Unternehmen dessen zu versteuernden Gewinn; andererseits muss das in der Versicherung gebildete Kapital in der Steuerbilanz des Unternehmens ausgewiesen werden und erhöht unter Umständen die Steuerlast.

Arbeitgeber muss Zusage einhalten

In welcher Höhe sich die Rente aus Entgeltumwandlung bei Direktzusagen bewegt, wird aus den Angaben des Versicherers ermittelt, bei dem die Rückdeckungsversicherung abgeschlossen wird: Die Rentensumme ist dann gleich der Versicherungsleistung. Schwierig hieran: Sobald der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine Leistung in Höhe der vom Versicherer prognostizierten Ablaufleistung der Versicherung zusagt, ist er verpflichtet, diese auch zu zahlen – egal, ob der Auszahlungsbetrag den Schätzungen der Versicherung am Ende tatsächlich entspricht.

Wenn wiederum nur die garantierte Leistung einkalkuliert, später aber die volle Ablaufleistung ausgezahlt wird, darf der Arbeitgeber auch nur in deren Höhe Rückstellungen bilden und bringt sich dadurch um einen steuerlichen Vorteil. Um diesem Problem aus dem Weg zu gehen, versprechen die meisten Arbeitgeber entweder einen gewissen Prozentsatz der Ablaufleistung oder nur die garantierte Leistung, die dann jährlich um den jeweiligen erwirtschafteten Überschuss erhöht wird.

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