Direktversicherung Steuern

Besteuerung der Direktversicherung

Die Besteuerung von Direktversicherungsverträgen kann unterschiedlich ausfallen: Wichtig ist hier, ob die Versorgungszusage vor oder ab 2005 erteilt wurde. Begünstigte alter Verträge fahren besser.

Direktversicherung Steuern
Wie wird die Direktversicherung besteuert?

Betriebsrenten galten lange Zeit als Königsweg der Altersvorsorge. Beliebt war – und ist immer noch – das Vorsorgen per Direktversicherung. Was die Steuer anbetrifft, waren die Verträge früher aber günstiger: Hier gibt es einen Unterschied zwischen Verträgen mit Versorgungszusagen, die bis 2004 gegeben wurden, und solchen, die ab 2005 gegeben worden sind. Die Beiträge aus Verträgen der Zeit bis 2004 sind für den Arbeitnehmer steuerpflichtig.

Die Besteuerung ist jedoch nicht hoch: Bis zu 1752 Euro können pro Jahr mit 21,5 Prozent inklusive Solidaritätszuschlag versteuert werden. Teils zahlt jedoch der Arbeitgeber die Steuer; in diesem Fall sind die Beiträge auch sozialversicherungsfrei. Dies ist ebenfalls dann gegeben, wenn die Beiträge aus Sonderzahlungen wie z.B. Weihnachtsgeld entrichtet werden. In der Rentenphase wird die Betriebsrente vergleichsweise niedrig besteuert; bei einem Renteneintritt mit 65 Jahren wird sie lediglich mit 18 Prozent versteuert; geht der Sparer erst mit 67 in Rente, sind es sogar nur 17 Prozent. Kapitalauszahlungen bleiben sogar ganz steuerfrei, wenn der Vertrag länger als zwölf Jahre läuft.

Direktversicherung: Versorgungszusagen seit 2005

Dagegen werden Betriebsrenten aus Direktversicherungen, die nach 2004 gegeben wurden, im Alter voll besteuert. Im Gegenzug zahlen Arbeitnehmer allerdings keine Steuern auf die Einzahlungen, falls der von ihnen jährlich in die Rente eingezahlte Betrag vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze (2015: 2904 Euro) nicht überschreitet. Bis zu dieser Grenze sind die Zahlungen auch sozialabgabenfrei.

Besitzt der angehende Betriebsrentner keine alte pauschale Direktversicherung mehr, sind zusätzlich noch einmal 1800 Euro steuerfrei, Sozialabgaben müssen dann jedoch entrichtet werden. Darüber hinausgehende Beträge müssen individuell versteuert werden. Beteiligen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer finanziell an der Direktversicherung, so werden zunächst die Arbeitgeberbeiträge auf den steuerlichen Vorteil angerechnet, danach erst die Beiträge des Arbeitnehmers.

Steuerpflicht beim Arbeitgeber

Der Arbeitgeber kann geleistete Beiträge zur Altersvorsorge seines Arbeitnehmers als Betriebsausgaben absetzen. Da das Bezugsrecht der Direktversicherung dem Arbeitnehmer zusteht, muss die Versicherung auch nicht in der Bilanz erscheinen, es sei denn, es handelt sich um ein gespaltenes oder teilweises Bezugsrecht: So ist es etwa möglich, dass der Arbeitnehmer zwar Rentenleistungen aus der Direktversicherung erhalten soll, nicht jedoch die Überschüsse, die dann dem Arbeitgeber zufielen.

In solchen Fällen muss der dem Arbeitgeber zustehende Teil als Teil des Betriebsvermögens in der Bilanz ausgewiesen werden. Bei der Auszahlung der Betriebsrente aus der Direktversicherung unterliegt der Arbeitgeber üblicherweise keiner Steuerpflicht; dies ist nur der Fall, sofern er einen Teil der Leistung empfängt. Diese wiederum muss er nur insoweit versteuern, als sie noch nicht zuvor in der Bilanz aktiviert wurde.