Direktversicherung Riester

bAV Durchführungswege: Direktversicherung Riester Rente

Riester Rente? Kennt man inzwischen: Die Riester Rente ist eine Form der privaten Altersvorsorge, die sowohl mit Beiträgen des Sparers als auch mit staatlichen Zulagen aufgebaut wird. Dass die Riester Rente auch mit einer betrieblichen Altersvorsorge kombiniert werden kann, dürfte vielen allerdings neu sein.

Direktversicherung Riester
Staatlich gefördert: Die Riester-Direktversicherung

Wie funktioniert das Betriebs-Riestern? Die Riester-Förderung ist bei drei Durchführungswegen der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) möglich: Bei einer Vorsorge mittels Pensionskasse oder Pensionsfonds; daneben auch bei Vorsorge mittels einer Direktversicherung.

Im Gegensatz zur „normalen“ bAV, bei der die monatlichen Beiträge vom Bruttogehalt abgezogen werden, müssen Arbeitnehmer bei der Direktversicherung ihre Beiträge vom Gehaltsnetto einzahlen, damit sie die Option Riester Rente für sich nutzen können.

Die Zulagen und Steuervorteile des Riester-Modells können dann ganz regulär genutzt werden. Wer sich für eine riestergeförderte Direktversicherung interessiert, sollte sich allerdings klarmachen, dass er dann keinen privaten Riestervertrag mehr schließen kann. Auch eine Entnahme von Geld aus dem Riester-Vertrag ist beim betriebsgestützten Sparen nicht möglich.

Riestern mit Direktversicherung: Vorgaben

Die Variante „Riester per Direktversicherung“ ist an weitere Vorgaben geknüpft: So ist vorgeschrieben, dass die Auszahlung eine lebenslange Rente garantieren, die entweder in Rentenform oder durch einen Auszahlplan gewährt wird.

Auch der Auszahlungsplan muss eine lebenslange Dauer vorsehen. 30 Prozent des ersparten Kapitals darf sich der Betriebsrentner zu Beginn seiner Rentenzeit allerdings auf einen Schlag auszahlen lassen – ganz wie beim privaten Riestervertrag. Hinterbliebenen- und Invaliditätsleistungen müssen ebenfalls in Rentenform ausgezahlt werden.

Riester-Direktversicherung nicht für jeden geeignet

Der Nachteil einer Direktversicherung mit Riesterförderung besteht darin, dass aufgrund der Beitragszahlung vom Gehaltsnetto statt vom -brutto sowohl Einkommenssteuer als auch Sozialabgaben auf die Beiträge fällig werden. Bei einer Direktversicherung ohne Riester sieht das anders aus: Hier können jährlich Beiträge in Höhe von bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze steuer- und sozialabgabenfrei in die spätere Rente eingezahlt werden.

Zudem muss die Betriebsrente mit Riester mit dem Renteneintritt voll versteuert werden. Bisher wurden dabei auch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge auf die Rente fällig. Allerdings wurde diese Doppelverbeitragung mit dem Betriebrentenstärkungsgesetz ab 2018 abgeschafft.

Wann lohnt sich eine Direktversicherung mit Riester?

Nur wenn die Summe der Vorteile aus Riester-Zulagen und -Steuervorteilen die Nachteile in Form von Steuern, die auf die Rentenbeiträge anfallen, finanziell überwiegen, lohnt es sich, eine Betriebsrente mit Riester zu realisieren. Dies ist vor allem der Fall, wenn die Zulagen durch Kinderzulagen hoch sind. Interessenten sollten sich die Differenz deshalb genau ausrechnen oder von einem Experten ausrechnen lassen.